Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Sliderbild

Die flexible Hohlraumdämmung für den Ökobau mit Schilfabschnitten:

Natürliche Dämmstoffe haben im ökologischen Bauwesen einen festen Platz. Schilfschüttung gehört zu den besonders vielseitigen Lösungen für die Dämmung von Hohlräumen. Das lose Material aus Schilfabschnitten lässt sich ohne Formzwang in Dachschrägen, Wandkonstruktionen, Zwischendecken und Fußböden einbringen. Es ist feuchteregulierend, schadstofffrei und trägt zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Damit eignet es sich sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen im Bestand.

Inhaltsverzeichnis ▸

Sie insteressieren Sich für ökologische Baustoffe?

Kontaktieren Sie uns! Finden Sie Baustoffe und Handwerker

Kontakt

Was ist Schilfschüttung?

Schilfschüttung ist ein loses Dämmmaterial aus zerkleinerten Schilfhalmen mit einer typischen Länge von etwa 20 bis 80 Millimetern. Es wird direkt in Hohlräume eingebracht und passt sich selbstständig an unregelmäßige Geometrien an – auch bei Installationen, Balkenlagen oder in Fußbodenaufbauten.

Die Wärmedämmung entsteht durch eingeschlossene Luft: Die hohlen Halme enthalten innere Luftkammern, während sich zwischen den einzelnen Abschnitten zusätzliche ruhende Luftschichten ausbilden. Dadurch wird der Wärmedurchgang effektiv reduziert. Gleichzeitig ist das Material diffusionsoffen, sodass Wasserdampf ungehindert entweichen kann und die Konstruktion dauerhaft trocken bleibt.

Darüber hinaus besitzt Schilfschüttung eine relevante Wärmespeicherfähigkeit. Die pflanzliche Substanz der Halme nimmt Wärmeenergie auf und gibt sie zeitverzögert wieder ab, was insbesondere den sommerlichen Hitzeschutz verbessert.

Technische Eigenschaften im Überblick

Die bauphysikalischen Kennwerte von Schilfschüttung zeigen, wie das Material in Bezug auf Dämmleistung, Feuchteverhalten und Verarbeitung einzuordnen ist.

Die folgenden Angaben geben einen kompakten Überblick über die wesentlichen technischen Eigenschaften:

Wärmeleitfähigkeit
0,050–0,065 W/(m·K), abhängig von Schüttdichte und Qualität
Schüttdichte
90–120 kg/m³ bei loser Einbringung
Körnung
20–80 mm Halmlänge
Brandschutz
Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) nach DIN 4102-1
Feuchtigkeitsverhalten
kapillaraktiv, temporäre Feuchteaufnahme und -abgabe möglich
Formstabilität
kaum Setzung durch röhrenförmige Halmenstruktur

Einsatzgebiete: Wo Schilfschüttung optimal wirkt

Schilfschüttung eignet sich überall dort, wo Dämmstoffe flexibel, anpassungsfähig und ohne formgebende Elemente eingebracht werden müssen. Ihre Rieselfähigkeit und Formstabilität ermöglichen eine vollständige Hohlraumfüllung auch bei komplexen oder nachträglich gedämmten Konstruktionen. Typische Einsatzbereiche sind Fußbodenaufbauten, Sparren-Zwischenräume in Dachkonstruktionen sowie Gefache in Holzständerwerken.

Fußbodenaufbauten

Als lose Schüttung zwischen Lagerhölzern oder Deckenbalken gleicht das Material unregelmäßige Höhen und variierende Balkenabstände aus. Neben der wärmedämmenden Wirkung verbessert es den Trittschallschutz und trägt durch seine Wärmespeicherfähigkeit zu einem ausgeglicheneren Temperaturverlauf bei. Die trockene, reversible Einbringung macht diese Lösung besonders geeignet für Sanierungen und denkmalgeschützte Bausubstanz.

Sparren-Zwischenräume in Dachkonstruktionen

Geneigte Dachkonstruktionen profitieren von der vollständigen Anpassung an Sparrenabstände, Kehlen und Gaubenbereiche. Die röhrenförmige Struktur der Halme verleiht der Schüttung eine hohe Eigenstabilität, sodass sie auch bei steilen Dachneigungen form- und lagebeständig bleibt. Auf diese Weise werden Hohlstellen vermieden und Wärmeverluste nachhaltig reduziert.

Holzständerwerk-Zwischenräume

In Holzständerkonstruktionen wird Schilfschüttung in die Gefache eingebracht und bildet eine diffusionsoffene, setzungsarme Dämmfüllung. Die natürliche Struktur der Halme stabilisiert das Material in vertikalen Hohlräumen und verhindert langfristiges Absacken. Dadurch eignet sich die Schüttung sowohl für Außenwände im Holzrahmenbau als auch für nichttragende Innenwände, bei denen zusätzlich schalldämmende Eigenschaften gefragt sind.

Sie haben Fragen zum ökologischen Dämmen oder unseren Baustoffen?

Unser Team ist für Sie da! Wir freuen uns auf Ihre Kontaktanfrage!

Tel.: +49 (0)45 31 - 80 99 20 - info@hiss-reet.de

Kontakt

Ausführung von Schilfschüttung

Eine fachgerechte Ausführung ist entscheidend, um die bauphysikalischen Eigenschaften der Schilfschüttung dauerhaft zu gewährleisten und Setzungen oder Feuchteeinträge zu vermeiden.

Bewährte Empfehlungen für eine sachgemäße Installation sind:

  • Einbringtechnik: In horizontalen Bereichen manuelles Schütten, in vertikalen Hohlräumen Einblasen von oben mit kontrolliertem Druck
  • Schichtdicken: Mindestens 16–20 cm bei Dachschrägen, 12–16 cm bei Zwischendecken
  • Verdichtung: Locker einbringen, nicht nachstopfen – Lufteinschlüsse müssen erhalten bleiben
  • Dampfbremse: Diffusionsoffene Dampfbremse raumseitig kombinieren, auf Diffusionseigenschaften abstimmen
  • Abdeckung: Atmungsaktive Vlieslage oder Holzfaserplatte als oberen Abschluss verwenden
  • Verarbeitungsbedingungen: Nur bei trockenem Material und niedriger Luftfeuchtigkeit verarbeiten

Fazit: Schilfschüttung als zukunftsfähige Dämmvariante

Schilfschüttung vereint ökologische Herkunft mit verlässlichen bauphysikalischen Eigenschaften. Der nachwachsende Rohstoff zeichnet sich durch diffusionsoffenes Verhalten, Wärmedämmung mit Speicherwirkung sowie eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Hohlraumgeometrien aus. Damit stellt sie eine funktionale Alternative zu mineralischen oder synthetischen Schüttdämmstoffen dar.

In Neubauten wie auch in der Sanierung lässt sich Schilfschüttung vielseitig in Dach-, Decken- und Wandkonstruktionen einsetzen. Qualitativ aufbereitete Materialien wie die Hiss Reet Schilfabschnitte erfüllen dabei die Anforderungen an eine gleichmäßige Schüttung und eine zuverlässige Dämmwirkung. Gleichzeitig unterstützt der Einsatz dieses Naturmaterials eine ressourcenschonende Bauweise mit positiven Effekten auf Raumklima und Energiebedarf.

Produktgalerie überspringen

Produkt zum Thema Schüttung - Schüttdämmung

Hiss Reet Leichtlehm Hackschnitzel, 60l
Reet / Schilfrohr Hackschnitzel zur individuellen Herstellung von Leichtlehmmischungen. 60 Liter Sack. Die Hackschnitzel haben eine Größe von 10 bis 50 mm. Leichtlehm ist ein Baustoff aus Lehm und leichten organischen oder mineralischen Zuschlagstoffen, der im Naturbausektor für viele Einsatzgebiete verwendet werden kann wie zum Beispiel als Füllmaterial für Innenschalen zur Dämmung von Außenwänden, zur Ausfachung von Fachwerkkonstruktionen oder zur Erstellung von Leichtlehmwänden. Durch die plastische und leicht formbare Konsistenz füllt die Leichtlehmmischung Hohlräume und Spalten einfach und sicher aus. Bei der Herstellung der Leichtlehmmischung sollte der Lehmanteil mindestens 30% betragen. So erreicht man Rohdichten von 400 bis 1200 kg/m3. Die gebräuchlichsten Rohdichten liegen aber zwischen 600-800 kg/m3, was in etwa einem Porenziegel entspricht und dessen wärmedämmenden Eigenschaften gemäß seiner Rohdichte entsprechen. Bei der Verarbeitung wird zunächst eine Schlämme aus Lehm, ggf. Sand und Wasser angerührt und damit werden die Hackschnitzel übergossen oder getaucht. Hierfür hat sich auch der Einsatz eines Zwangsmischers bewährt. Sobald der Leichtlehm die gewünschte Konsistenz hat, wird er in eine Schalung oder Form eingebracht und in der Regel nur wenig verdichtet. Zur Schalung empfehlen sich insbesondere Schilfrohrplatten, die als verlorene Schalung eingesetzt werden können, d.h. die Platten verbleiben nach der Trocknung im Bauteil und werden einfach überputzt. Die Leichtlehmbauteile müssen vor der Weiterverarbeitung unbedingt gut durchtrocknen. Für ausreichende Lüftung während der Trocknungszeit ist zu sorgen.

Inhalt: 60 Liter (0,33 € / 1 Liter)

19,90 €