Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen: Die unsichtbaren Feinde von Reetdächern
Pilze – insbesondere Weißfäulepilze – zersetzen das Lignin, einen natürlichen Bestandteil der Zellwand, im Schilfrohr und beeinträchtigen dadurch die Stabilität des Daches. Oft beginnen diese Schäden nach der Bildung eines Algenfilms, der die Verdunstung hemmt und ein feucht-warmes Mikroklima schafft. Unter diesen Bedingungen breiten sich Schimmelpilze wie Moderfäule-Schimmel oder Pilze der Micena-Familie schnell aus.
Im Unterschied zu Algen und Moosen ernähren sich diese Pilze direkt von der Zellulose im Reet. Das Ergebnis: Das Material zerbröselt oder wird matschig. Ohne gezielte Vorsorge kann ein Dach innerhalb von 10 bis 15 Jahren verfallen, statt die mögliche Lebensdauer von 25 bis 45 Jahren zu erreichen.
Entscheidend ist, Mikroorganismen nicht nur zu bekämpfen, sondern ihre Lebensgrundlage zu entziehen. Die Ursachen liegen meist in unzureichender Belüftung, fehlerhaften Bauweisen, minderwertiger Materialqualität oder fehlender Pflege. Optimierte Bauweise, fachgerechte Konstruktion und hochwertige Materialien verhindern die Entwicklung von Schädlingen von vornherein.