2.1. Die Form des Reetdaches und Ausführungsdetails
2.1.1. Dachneigung
Je größer der Winkel der Dachneigung ist, desto weniger Regenwasser dringt in die Dachhaut ein und desto kürzer ist die Zeit, die das Reetdach braucht, um nach einem Regenschauer wieder zu trocknen.
25° Dachneigung => bis zu 15 Jahre
30° Dachneigung => 10-20 Jahre
45° Dachneigung => 25-45 Jahre
50° Dachneigung => 45 Jahre und länger
(Quelle: Vakfederatie Rietdekkers, www.riet.com)
Abbildung 3: Dieses Haus
hat einen Neigungswinkel
von 55-60°, was sich positiv
auf die Lebensdauer auswirkt.

Abbildung 4: Ein Haus
mit extrem flachen
Neigungswinkel.

Abbildung 5: Die Dachfläche
des Reetdaches mit extrem
niedrigen Neigungswinkel
6 Jahre nach dessen Eindeckung.
2.1.2. Kehlen
Bei Kehlen treffen mehrere Probleme aufeinander. Wenn sie nicht vom Konzept her zu vermeiden sind, dann bedarf es besonderer Maßnahmen, um eine Haltbarkeit von mehr als 12-15 Jahren zu erzielen.
2.1.3. Gaubenfenster
Gaubenfenster sollten einen ausreichenden Abstand zu anderen Gauben und zu Kehlen haben, so dass die Feuchtigkeitsbelastung für die dazwischen liegende Fläche nicht zu hoch wird (vgl. Abbildung 3). Im abgebildeten Fall werden die Dachabschnitte zwischen den Gauben und der Kehle des Vorbaus nur wenige Jahre halten.
Abbildung 6:
Problem: Das Wasser von
Kehle und Gaube laufen
trichterförmig zusammen.
Für die Haltbarkeit einer Dachgaube spielt deren Neigungswinkel eine wichtige Rolle, er sollte laut Fachregeln der Reetdachdeckung 38° nicht unterschreiten. Ist der Neigungswinkel über einer Gaube zu niedrig, kann das Regenwasser nicht richtig abtropfen, dringt tief in die Deckung ein und durchfeuchtet diese komplett.
2.1.4. Die Halmneigung
Die Halmneigung ergibt sich aus dem Verhältnis der Stärke der Dacheindeckung und der Länge des verwendeten Schilfrohrs. Generell sollte die Neigung der Reethalme 30° nicht unterschreiten. Ist die Neigung der Reethalme geringer als 30°, kann das Regen- bzw. Tauwasser nicht mehr ungehindert von Halm zu Halm tropfen, sondern dringt in die Dachdeckung ein und durchfeuchtet diese.

Abbildung 7: Bei gleicher Halmlänge nimmt der Neigungswinkel der Reethalme mit steigender Dachstärke ab.
Abbildung 8: Zwei gravierende Fehler:
1. Die flache Neigung des Gaubendeckels.
2. Kurzes Reet bei dicker Eindeckung im oberen Bereich.
Das Resultat: Die Halme sind fast waagerecht, Wasser läuft in das Dach und durchfeuchtet es.
Abbildung 9: Die Dachneigung mag
höher sein als 45°, die Neigung der
Halme beträgt lediglich 12°, 30°
sind empfohlen. Folge: Feuchteschäden.
Weiter mit Belüftung des Reetdachhauses…
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