Außendämmung

Die allgemein übliche Methode, eine neue oder bestehende Wand zu isolieren, besteht darin, die Dämmschicht von außen am Tragwerk anzubringen. Das liegt in erster Linie daran, dass eine Außendämmung im Hinblick auf bauphysikalische Gesichtspunkte wesentlich unproblematischer zu beurteilen ist als eine Innendämmung. Der Taupunkt innerhalb der Außenwand wird bei der Montage einer Außendämmung nach außen verlagert. Eventuell anfallende Feuchtigkeit kann nach außen ablüften und somit keine Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk oder der Dämmung verursachen. Die Speicherkapazität der Wand voll erhalten und garantiert damit angenehme Oberflächentemperaturen.
Ein diffusionsoffener Kalkputz schützt die Dämmschicht vor Schlagregenbelastung und garantiert ein schnelles abtrocknen der Außenwand. Im Außenbereich kann eine Schilfdämmung aus Hiss Reet Platten als voll ökologischer Dämmstoff mit anderen Materialien sowohl bauphysikalisch, als auch preislich mithalten und ermöglicht eine rationelle Verarbeitung sowie eine wärmebrückenfreie Konstruktion.
Die Verwendung von Schilfdämmplatten im Außenbereich hat eine lange Tradition und kann in Verbindung mit Kalkputz als das älteste „Wärmedämmverbundsystem” der Welt angesehen werden. Viele noch erhaltene historische Gebäude zeigen, dass Schilfrohr extrem verrottungsbeständig ist, was auf seinen hohen natürlichen Silikatgehalt zurückzuführen ist. Die Formate der Schilfdämmplatten ermöglichen eine rationale und einfache Verarbeitung.

Für Wände mit Außendämmung gelten die oben erwähnten allgemeinen Anforderungen der EnEV sowie der DIN 4108 für Außenwände. Bei Wänden aus ein– und zweischaligem Mauerwerk nach DIN 1053-1 sowie Fachwerkwänden, die mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) von außen gedämmt werden und einen sd-Wert der äußeren Konstruktionsschicht von < 2,0 m aufweisen, kann auf einen Tauwassernachweis verzichtet werden.

Wandaufbau 4: Fachwerkwand mit Außendämmung

Fachwerkwand mit AußendämmungWärmedurchgangsberechnung:
U-Wert ohne Außendämmung : 1,75 W/m²K
U-Wert mit 8 cm Dämmung : 0,49 W/m²K
U-Wert mit 10 cm Dämmung: 0,42 W/m²K

Besondere Verarbeitungshinweise und Tipps für die Verwendung Schilfdämmstoff als Außendämmung bei Fachwerk:

Siehe Wandaufbau 3

Ergänzungen:
1) Alle Anschlüsse (Gewebe, Putz Innen und Außen) sollten für die Wind- und Luftdichtheit bis an den Rahmen geführt werden. Vorher sind Fugen zwischen Rahmen und Ständern mit Flachs o.ä. auszustopfen.

2) Die Fensterbank (Solbank) sollte möglichst weit über die Dämmung und den Putz überstehen und eine Tropfkante haben, damit das Wasser nicht darunter läuft.

Wandaufbau 5: Mauerwerksaußendämmung mit 80 mm Schilfdämmplatte

Mauerwerksaußendämmung mit 80mm SchilfdämmplatteBestand:
20 mm Kalkaußenputz, Ziegelmauer 24 cm (ρ= ca. 1600 kg/m³), 20 mm Kalkinnenputz
U-Wert ohne Schilfdämmplatte: 1,76 W/(m²K)

Allgemeine Anforderungen:
– allgemein :
EnEV: Uges = 0,35 W/(m²K)
DIN 4108: Rges. ≥ 1,20 (m²K)/W

Dämmung außen:
80 mm Hiss-Reet Schilfrohrplatte, 20 mm Kalkputz
U-Wert mit Schilfdämmplatte: 0,44 W/(m²K)
– auch für den Neubau geeignet, aber besserer Stein z.B. Poroton sinnvoll

Besondere Verarbeitungshinweise und Tipps für die Verwendung von Dämmplatten aus Schilf als Außendämmung:

1) Andübeln eines waagerechten Montageholzes (8 × 8 cm) mit Hilfe von Winkeln o.ä. Zum Schutz gegen Spritzwasser ist ein Abstand von mind. 30 cm zum Boden einzuhalten. Der Sockelbereich ist gesondert zu isolieren (Perimeterdämmung mit zusätzlicher Abdichtung)
2) Auf das Montageholz werden die Schilfdämmplatten gestellt und mit Schrauben und Dübeln an der Wand fixiert ( 5 Befestigungspunkte /m²) Die Schilfhalme der äußeren Lage sollten möglichst waagerecht sein.
3) An der unteren Ecke des Montageholzes ist eine Putzabschlussschiene zu befestigen
4) Direkt auf die Schilfdämmplatte kann ein Kalkunterputz aufgebracht werden Der Experte Gerhard Holzmann empfiehlt folgenden vierlagigen Putzaufbau:
a) Direkt auf die Schilfdämmplatte aufbringen einer 8-10 mm starken, deckenden Egalisationsschicht aus faserarmiertem, mineralischem Unterputz der Mörtelgruppe P II (Din 18550) oder CS II (EN 998-1), die danach aufgeraut wird. Eckschutzschienen sollen in diese Putzlage eingearbeitet werden.
b) Nach ca. 5 Tagen Standzeit (abhängig von Witterung) aufbringen eines 10-15 mm starken Zement-Kalk-Maschinenleichtputzes der Mörtelgruppe II (DIN 18550) oder CS II (EN 998-1) mit mineralischem Leichtzuschlag, der ebenfalls aufgeraut wird (nach 1 Tag Trocknung) Mit dieser Putzlage sollten alle Unebenheiten ausgeglichen sein.
c) Nach ca. 12 Tagen Standzeit (abhängig von Witterung) aufbringen einer Spachtellage aus faserarmiertem , mineralischem Unterputz der Mörtelgruppe P II (DIN 18550) bzw. CS II (EN 998-1) mit Gewebeeinlage (alkalibeständiges Glasfasergewebe, Maschenweite 6 × 6,5; Reißfestigkeit mind. 2,8- 3,2 KN/ cm² ) und Gewebeeckwinkeln, Putzanschlussleisten sowie Diagonalbewehrung bei Mauerwerksöffnungen. Das Gewebe sollte im oberen Drittel der Spachtellage liegen. Auch diese Schicht sollte als Vorbereitung für den direkt folgenden Oberputzauftrag aufgeraut werden.
d) Oberputzauftrag

Alternativ Wandaufbau 5: Mauerwerksaußendämmung mit 2 × 50 mm Schilfdämmplatte

Mauerwerksaußendämmung mit 2 × 50mm SchilfdämmplatteBestand:
20 mm Kalkaußenputz, Ziegelmauer 24 cm (ρ= ca. 1600 kg/m³), 20mm Kalkinnenputz
U-Wert ohne Schilfdämmplatte: 1,76 W/(m²K)

Allgemeine Anforderungen:
– allgemein :
EnEV: Uges = 0,35 W/(m²K)
DIN 4108: Rges. ≥ 1,20 (m²K)/W

Dämmung außen:
2 × 50 mm Hiss-Reet Schilfrohrplatte, 20 mm Kalkputz
U-Wert mit Schilfdämmplatte: 0,37 W/(m²K)
– auch für den Neubau geeignet, aber besserer Stein z.B. Poroton sinnvoll

120 mm Hiss-Reet Schilfrohrplatte, 20 mm Kalkputz
U-Wert mit Schilfdämmplatte: 0,33 W/(m²K)

Haftungsausschluss

Die aufgeführten Informationen beruhen auf den Berechnungen und Informationen von HISS REET Schilfrohrhandel GmbH und den Produkthinweisen des Herstellers. Die Inhalte sind auf wichtige Informationen reduziert. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

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Autoren:

Dipl. Ing. Stefan Neumann
Dipl. Kfm. Philip Kullmann

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